Jusos gegen Nazi-Aufmarsch in Kalk
Wieder einmal marschierte die so genannte Bürgerbewegung "Pro Köln" am 28. Januar unter großem Protest der Kölnerinnnen und Kölner über die Kalker Hauptstraße in Köln-Kalk. Zum dritten Mal in Folge versuchten sie mit ihren Ansichten den Stadtteil zu entzweien. Ziel des Marsches war erneut das Autonome Zentrum in der Wiesbergstraße, welches auch bei vielen Anwohnern umstritten ist. Dies kann jedoch nicht darüber wegtäuschen, dass der Marsch vor allem gegen ein offenes, tolerantes, vielfältiges Köln und das hier typische multikulturelle Zusammenleben gerichtet war.
Die Jusos Köln konnten auch dieses Mal mit ihren Bündnispartnern wieder ein starkes Zeichen gegen Rechts und gegen die ausgrenzende Ideologie von "Pro Köln" setzen. Wir waren Teil des breiten Bündnisses aus politischen, kommunalen und gesellschaftlichen Akteuren, die ebenfalls Flagge gegen den Aufmarsch gezeigt haben. „Leider müssen wir feststellen, dass ProKöln auf eine Zermürbungstaktik setzt, die anscheinend schon Wirkung zeigt, da es immer mehr ProKölner werden, die demonstriere und gleichzeitig weniger Gegendemonstranten. Ein gefährlicher Trend!“ so Fabian Stangier, Stellvertretender Vorsitzender der Jusos Köln. Aufgrund weiträumiger Absperrungen seitens der Polizei fand der Protest gegen die Schar der Anhänger von "Pro Köln" an verschiedenen Punkten entlang der Kalker Hauptstraße statt. Die Gegenveranstaltung wurde mit vielen Rednern auf der Kalk-Mülheimer Straße abgehalten.
Bei vielen Gegendemonstranten kam der Eindruck auf, dass man als Anhänger von "Pro Köln" leichter auf die Demo kam, als auf die Gegendemonstrationen. Auch Katrin Bucher, Vorsitzende der Jusos Köln, übte Kritik am massiven Polizeiaufgebot. "Es steht der Verdacht im Raum, dass die Demonstrationsfreiheit der Gegendemonstranten durch den Einsatz eingeschränkt wurde. Dies gilt es nun zu prüfen" so Bucher. Insgesamt ist man aber mit dem friedlichen Verlauf der Veranstaltung sehr zufrieden.


